Welches Difffett ist am besten für 1:12

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    • Ich lege noch ein bisschen Theorie hinterher und zitiere aus dem Werk Schmierung von Wälzlagern der Firma Schäffler:


      Schäffler Technologies AG&Co.KG schrieb:

      Aufgaben der Schmierung:
      Die Hauptaufgabe der Schmierung von Wälzlagern liegt darin,eine Berührung der Roll- und Gleitflächen zu verhindern oder zumindern. Dadurch werden Reibung und Verschleiß gering gehalten.

      Physikalische Schmierung:
      Schmierstoff, der an den Oberflächen der aufeinander abrollenden Teile haftet, wird in die Kontaktbereiche der Wälzlager gefördert. Der Schmierstoff trennt somit die Berührungsflächen und verhindert metallischen Kontakt.

      Weitere Aufgaben:
      Weitere Aufgaben des Schmierstoffes sind:
      ■ Korrosionsschutz
      ■ Wärmeabfuhr aus dem Lager (Ölschmierung)
      ■ Verschleißteilchen und Verunreinigungen ausspülen (Ölumlaufschmierung mit Ölfilterung)
      ■ Dichtwirkung von Lagerdichtungen unterstützen (Fettkragen, Öl-Luft-Schmierung).


      Daraus lässt sich auch ableiten, warum es sinnvoll ist, die Druckplatten nicht zu polieren. Wenn ich eine "raue" Oberfläche habe reißt der Schmierfilm nicht so schnell ab, wobei das Thema Verschleiß bei den Kugeldiffs ja eher zweitrangig ist..
    • äh...sorry, aber deine Schlußfolgerung ist insofern Quatsch, als wir ja nicht über Lager sprechen, sondern über ein Differenzial, dass möglichst ruckelfrei laufen soll. Polierte Diffscheifen und qualitativ hochwertige Kugeln gehören einfach zum "smoothen" Diff dazu.
      Und damit der Schmierfilm nicht abreißt - nun, genau darum ging ja wohl die Frage. Ordentliches Silikonfett, dass gut auf den Kugeln haftet.

      Nebenbei: für dauerhaften Schmierfilm sorgen auch die Einbuchtungen in den Hauptzahnrädern, die ein Fettreservoir bilden und die AUfnahmen der Kugeln selber. DIe Kugeln laufen ja nicht offen, wie in einem Lager, sondern eingebettet ins Hauptzahnrad.
    • Django. schrieb:

      äh...sorry, aber deine Schlußfolgerung ist insofern Quatsch, als wir ja nicht über Lager sprechen, sondern über ein Differenzial, dass möglichst ruckelfrei laufen soll. Polierte Diffscheifen und qualitativ hochwertige Kugeln gehören einfach zum "smoothen" Diff dazu.
      Und damit der Schmierfilm nicht abreißt - nun, genau darum ging ja wohl die Frage. Ordentliches Silikonfett, dass gut auf den Kugeln haftet.

      Nebenbei: für dauerhaften Schmierfilm sorgen auch die Einbuchtungen in den Hauptzahnrädern, die ein Fettreservoir bilden und die AUfnahmen der Kugeln selber. DIe Kugeln laufen ja nicht offen, wie in einem Lager, sondern eingebettet ins Hauptzahnrad.


      Das Kugeldifferential ist auch ein Lager, zwar kein Wälzlager sondern ein beidseitig wirkendes Axial Lager aber es bleibt am Ende ein Lager. Die Wirkweise der Schmierung lässt sich meines Erachtens übertragen und so kann man auch verstehen, warum man ein spezielles Fett benötigt. Der Kugelkäfig im Hauptzahnrad dient in meinen Augen nicht als Fettreservoir, überschüssiges Fett wird durch die Fliehkraft einfach nach außen getragen. Auch ist ein Kugeldifferential in keiner Weise ein geschlossenes System (vgl. Kegeldifferential ist ein geschlossenes System).

      Ich habe schon beides probiert, sowohl polierte als auch raue Druckscheiben. Mit den polierten Scheiben läuft das Differential natürlich feiner, aber nach dem Einlaufen tun das die rauen Druckscheiben auch und auf der Strecke habe ich keinen Unterschied gemerkt. Ich denke viel wichtiger ist, dass die beiden Druckscheiben plan geschliffen sind und parallel zueinander laufen, damit man immer die gleiche Sperrwirkung hat. Wichtig sind auch die Kugeln, wenn es Stahlkugeln sind, sollten diese öfter gewechselt werden, die gibt es in großen Mengen billig in der Bucht oder man investiert einmal in Keramikkugeln, die halten dann etwas länger. Das ganze natürlich gepaart mit dem richtigen Fett um auf die Frage des Themenerstellers zurückzukommen - aber hierzu wurden ja schon diverse Empfehlungen abgegeben.


      Eugen schrieb:

      und warum rutscht es dann wenn ich an dieser stelle Black grease verwende wie in manch so einer bauanleitung beschrieben?

      Ich nehme an du meinst mit "black grease" ein MoS2 Fett. Dein Differential rutscht dann, weil MoS2 Fette einfach eine super Schmierung für diesen Anwendungsfall bieten und das ist auch gut so.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von gosu ()

    • gosu schrieb:

      Ich denke viel wichtiger ist, dass die beiden Druckscheiben plan geschliffen sind und parallel zueinander laufen, damit man immer die gleiche Sperrwirkung hat.
      Genau das ist der Punkt, der ein gut gemachtes Diff ausmacht!
      Die meisten schleifen ihre Scheiben über Schleifpapier auf einer Glasplatte, mit Hilfe des Diffhubs - eine kippelige Angelegenheit, mit dem Ergebnis, dass die Scheiben eher bauchig, als plan werden.
      Ich benutze dazu einen Abziehstein und ein flaches, selbstgedrehtes Schleiftool.

      Ein gut gemachtes Diff läuft leicht und muss nicht stark vorgespannt werden, da spielt es auch keine Rolle, welches Silikon-Difffett man verwendet. Und dass man mit unterschiedlichen Viskositäten, unterschiedliche Sperrwirkung erziehlt, halte ich für sehr weit hergeholt. Die Fläche auf der die Kugeln laufen, ist viel zu gering, las dass es da Unterschiede gibt. Sobald das frisch gemachte Diff eingelaufen ist, läuft es leicht und seidenweich, da das überschüssige Fett verdrängt ist.
      Beim 2WD Pancar ist eine Sperrwirkung auch weder erwünscht noch notwendig - man spannt das Diff nur so stark wie nötig vor, dass es nicht durchrutscht und leicht läuft. Mit so einem Diff fährt man die schnellsten Rundenzeiten - das gilt für Teppich wie auch für Asphalt.
      Gruss¸
      ANDI
      -----------------------------------------------------

      Speed is what I need...
    • Hy,
      bevor es hier zu wissenschaftlich wird, gebe ich
      euch mal einige Anregungen zum Nachdenken.
      Ich habe schon versucht, Keramikscheiben und
      Keramikkugeln als 1/12er Differenziel aufzubauen.
      Das ging überhaupt nicht, da weder die Kugeln
      noch die Scheiben nachgaben, sprich sich minimal
      plastisch verformten.
      Bei meinem Studium lernte ich, dass sich die
      Kugeln minimal verformen, wenn sie unter Last
      irgendwo aufdrücken. Die Formel hierzu erspare ich
      euch.
      Wenn die Scheiben angerauht sind, drückt sich die
      darauf laufende Kugel minimal besser ein als auf einer
      polierten Scheibe. Nach ein paar Umdrehungen dürften
      sich die beiden Ausführungen nichts mehr schenken.
      Bei 1/12er Spitzenpiloten sieht man oft, wie sie ihre
      "gemachten" Diffs einlaufen lassen, um beim nächsten
      Durchgang konstante Bedingungen zu schaffen.
      Manche haben auch einen ganzen Beutel an Kugellagerkugeln
      dabei, um für jeden Durchgang neue (weiche) Kugeln zu verwenden.
      Die zu kaufenden Carbit oder Tungstenkugeln sind ihnen zu
      hart und zu teuer.
      Das wars
      manny
    • RILLO schrieb:

      Und dass man mit unterschiedlichen Viskositäten, unterschiedliche Sperrwirkung erziehlt, halte ich für sehr weit hergeholt. Die Fläche auf der die Kugeln laufen, ist viel zu gering, las dass es da Unterschiede gibt.
      Ich vertrete die Meinung... warum gibt es unterschiedliche Viskositäten?
      Ich sage nicht das das Diff diese Eigenschaft permanent behält aber ein frisches Diff ist merklich "sämig" wenn ich das harte Grease verwende. Und das mindestens drei bis vier lipos. Das kann bei einem low-grip Untergrund schon gut das durchdrehen des entlasteten Rades mindern. Mag sein das das bei Moosies nicht so nötig ist. Da wird ja eh Traktion ohne Ende generiert. Bei Hohlkammer-Gummis bringt es zumindest "ein wenig"

      Nimm mal ein Kugellager, da werden ja auch dünnflüssige Öle verwendet damit sie "leicht" laufen. Nimm ein dickes Öl oder ein fett und sie laufen schwerer...

      Grundsätzlich gebe ich Dir (und den anderen) aber recht. Ein Diff muss vernünftig gebaut sein und die Scheiben müssen perfekt sein. Ob sie jetzt poliert sind oder nicht... da scheiden sich die Geister. Der eine sagt so, der andere so... ich werde am WE mal ein Diff mit etwas raueren Scheiben fahren und schauen was passiert.

      Gruß
      Ulf
    • Also wir haben Nadelfilzteppich für unsere 1/12 mit wenig Grip, da muss ich das Diff als Grundeinstellung so festdrehen, dass wenn ich mit beiden Händen die beiden Räder festhalte, das Hauptzahnrad noch etwas mit dem Daumen zu drehen ist. Anschließend auf der Strecke schauen, ob das Auto gleich gut Beschleunigt oder erst ein paar Meter braucht auf der Geraden bis es Vollspeed hat. Dann nachbessern bis eine gleich gute Traktion erreicht ist.
      FG Leopard 4wd competition
      Mugen MBX 7R Eco
      MST MS01D VIP II
      Crc xti wc
    • Hy,
      das Diff muß immer so stark gesperrt werden, dass das
      Diff beim Beschleunigen nicht durchdreht.
      Früher gabs von Asso 2 Fette, eins mit roter und das
      andere mit schwarzer Beschriftung.
      Diese waren unterschiedlich zäh.
      Beim durchfahren der Kurve und beim herausbeschleunigen
      war der Unterschied feststellbar.
      Genauso wie beim TW schiebt das festere Diff mehr und das
      kurveninnere Rad dreht nicht so stark durch,
      das weniger gesperrte Diff schiebt weniger und das
      herausbeschleunigen ist schwächer, vornehmlich besser
      bei geringerer Motorleistung.
      manny
    • Sandboarder schrieb:

      wie schaut die Prozedur mit einem Schleifstein und selbstdrehenden Schleiftool aus?
      Anstrengende Handarbeit bei neuen Diffscheiben, bis die beidseitig plan sind, aber danach sind die bei Bedarf, ganz schnell wieder aufgefrischt.
      Dateien
      Gruss¸
      ANDI
      -----------------------------------------------------

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    • Noch ein paar Infos aus dem Nähkästchen ;)
      Hoffe es wird nicht zu nerdy ;)


      Im normalen Betrieb werden sich (gehärtete) Kugeln nicht plastisch verformen, bei den wirkenden Kräften wird sich das aller Voraussicht nach nur im elastischen Bereich abspielen (vernünftige Materialwahl vorausgesetzt)..
      Die Diffscheibe ist i.d.R nicht gehärtet, daher stellt sich hier auch der Verschleiß ein.
      Besonders kritisch wird es bei Stoßbelastungen, z. B. bei einem Crash. Dann sind die wirkenden Kräfte höher und es kann auch mal zu einer bleibenden Verformung kommen. Dann muss getauscht werden. Daher werden hier auch gerne Keramikkugeln eingesetzt (höhere Härte, Stabilität)

      Zum Thema Schmierung und Rauheit:

      Für die Ölversorgung des Schmierspaltes zwischen Kugel und Laufbahn (in dem Fall die Diffscheibe) genügt theoretisch eine Schmierfilmdicke von weniger als 1mü. Das eingesetzte Fett blutet unter Druckbelastung aus und liefert den entsprechenden Schmierstoff.
      Abgeleitet von Wälzlagern kann man sagen, dass feine Oberflächen (geringe Rauheit) die beste Performance geben.
      Wie in vorigen Posts schon erwähnt sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass alles möglich plan abgeschliffen wird ohne Wellen/Bäuche!!
      Wenn es frisch abgeschliffen wurde auch gerne mal dem Diff etwas Einlaufzeit gönnen. In dieser Zeit werden die Rauheitsspitzen geglättet und es geht nochmal etwas besser.

      Sobald also Rillen auf den Diffscheiben zu sehen sind sofort nachbessern.
      (Praktisch würde das bedeuten, dass sich der Punktkontakt zwischen Kugel und Laufbahn verstärkt vergrößern würde..also erhöhte Reibung und es wird "hakelig")